unsere hilfsprojekte

"Wir werden den großen Tag der Gerechtigkeit, von dem Martin Luther King sprach, nicht erleben. Aber wir machen den Anfang, damit dieser Tag die Zustände in dieser Welt endgültig verrückt...!" Um Haiti und seinen Kindern eine lebenswerte und bessere Zukunft zu ermöglichen, unterhält der Verein "Haiti Kinder Hilfe e.V." mehrere Schulen sowie Krankenstationen und trägt die Kosten für Lehrkräfte, Unterrichtsmaterial, Miete, Speisen, Medizin und Kleidung. Für die Waisenkinder in unseren Heimen vermitteln wir Patenschaften und Eltern, deren Kinder aus finanziellen Gründen nicht zur Schule gehen können, helfen wir mit Schulgeld. Dabei zielt unsere Hilfe sowohl auf den Willen als auch auf die Fähigkeit zur Selbsthilfe ab. Durch die kontinuierliche Ausbildung für Kinder und durch landwirtschaftliche Selbsthilfeprojekte für Eltern schaffen wir die Grundlage dazu. Bitte nehmen Sie sich die Zeit und informieren sich genauer über unsere Schul-, Heim und medizinischen Projekte:

Schule BéthEL, Port-au-Prince

« BéthEL » bedeutet Gottes Haus. Die Schule wurde im September 1993 mit 70 Schülerinnen und Schülern eröffnet. Ursprünglich wurde sie als Tagesschule konzipiert, in der die Kinder auch nach der Unterrichtszeit betreut werden, da die Eltern zumeist als Tagelöhner außer Haus sind. Hinzu kommt, dass die Eltern ihren Kindern nicht bei den Hausaufgaben helfen können, da sie selbst Analphabeten sind. Die Kinder bekommen hier ein Mittagessen, welches für die meisten die einzige Mahlzeit des Tages ist. Die Grund- und Tagesschule wurde im Jahre 2005 um eine Hauptschule erweitert, so dass im Moment in BéthEL 880 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Auch 14 Jahre nach der Gründung gibt es sicherlich noch sehr vieles, was verbessert werden kann, aber alle – Eltern, Kinder, Lehrkräfte, Personal – sind für diese Schule sehr dankbar.

Schule Saint-Jude, Limbé

Die Nachmittagsgrundschule wurde im September 1995 von Schwester Anita vom Orden der „Töchter der Weisheit“ gegründet. Mit ihrer Initiative wollte sie 100 Kindern und Jugendlichen, die ohne Ausbildungsperspektive in verschiedenen Haushalten als „Mägde“ und „Knechte“ arbeiten müssen, die Chance zum Schulbesuch ermöglichen. Seit Beginn des Projekts teilen sich der Orden und der Verein „Haiti Kinder Hilfe e.V.“ die Kosten für die Schule. Während die „Töchter der Weisheit“ die Räume zur Verfügung stellen und Essen spenden, zahlen wir für die Kinder das Schulgeld und finanzieren einigen von ihnen den Besuch einer höheren, weiterführenden Schule oder auch eine Berufsausbildung. Zur Zeit werden dort 285 Kinder und Jugendliche unterrichtet.

Schule Sainte-Catherine, Port-au-Prince

Diese Nachmittagsschule wurde im September 2001 von der Familie Boullié und ihrem Freundeskreis gegründet und finanziert. Ziel war es auch hier, „Mägden“ und „Knechten“, die bei wohlhabenderen Familien im Haushalt arbeiten, einen Schulbesuch zu ermöglichen, um sich nach und nach aus den Fängen einer beschämenden Form von Sklaverei zu befreien. Gleich zu Beginn durften 150 Kinder erfahren, was es heißt, menschenwürdig und liebevoll behandelt zu werden. Mittlerweile werden in Sainte-Catherine 240 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Unterstützt wird unsere Schule, der nun auch eine Hauptschule angehört, jetzt vom katholischen Orden der „Kleinschwestern Jesu“ und der Brauerei Warsteiner.

Hellwegschule, Marouge

Die Dorfgrundschule startete ihren Betrieb im April 2002 und unterrichtet aktuell 490 Schülerinnen und Schüler. Hierbei werden wir vom Verein „Kunst für Kinder e.V.“ und der Familie Höxtermann unterstützt und gefördert. Noch immer arbeiten wir an dem Bau eines neuen, größeren Schulgebäudes, aber in Haiti entwickelt sich aufgrund der politischen Situation alles etwas langsamer und die Sicherheit unserer Leute hat für uns absolute Priorität. So ist es bedauerlich, dass wir zehn Jugendliche, die im vergangenen Schuljahr ihre Grundschule abgeschlossen haben, auf eine weiterführende Schule fernab von Marouge schicken mussten. Eine Notlösung, aber im Moment ist es noch nicht möglich, eine gute Alternative vor Ort anzubieten.

Unsere drei Heime in Cap-Haitien und Port-au-Prince

Das erste Heim wurde 1995 in der Hauptstadt Port-au-Prince eröffnet, um einer großen Anzahl von Waisenkindern ein neues Zuhause zu ermöglichen. Nach und nach kamen zwei weitere Heime hinzu, mit denen wir aufgrund der gefährlichen Situation vor Ort mit großem Aufwand in das nördlich gelegene Cap-Haitien umziehen mussten. In den dortigen Mädchen- bzw. Knabenheimen sind zur Zeit 160 Kinder und Jugendliche untergebracht. Weitere 25 Kinder leben nach wie vor in unserem Heim in Port-au-Prince.

Warum medizinische Projekte ?

Die meisten Bewohner Haitis, vor allem die Menschen in den Slums, haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Bei einem jährlichen, durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 170 Euro ist die Untersuchungsgebühr von 2,50 Euro zwar erschwinglich, aber die Medikamente sind für die Armen des Landes unbezahlbar. Die arme Bevölkerung hat im Zeitalter von Aids zurecht Angst vor den unhygienischen Zuständen in staatlichen Krankenhäusern, wo einem schlecht bezahlten Personal oftmals nicht einmal Alkohol oder Pflaster zur Verfügung stehen. Es gibt zahlreiche Fälle von erkrankten Menschen, die durch unsaubere Handschuhe oder Spritzen infiziert wurden. Krankheiten wie Tuberkolose, Malaria oder Typhus, die einst dank staatlicher Programme erfolgreich bekämpft werden konnten, plagen heute die ärmeren Schichten. Auch Aids hat sich mittlerweile eingeschlichen und unter den Ärmsten verbreitet. Aufgrund von Karenz an Vitamin A befallen zudem Haut- und Augenkrankheiten Kinder wie Erwachsene. Die „Haiti Kinder Hilfe e.V.“ betreibt in Haiti vor Ort insgesamt drei Krankenstationen, die in erster Linie von unserer langjährigen Vereinsfreundin Brigitte, der Familie Heinze mit ihrem Freundeskreis in Marl und dem Hilfswerk „Medeor“ gefördert werden. In allen drei Gemeindezentren ist es möglich, Untersuchungen und Medikamente für 70 Cent anzubieten. In Epidemiezeiten oder in Naturkatastrophengebieten ist die Behandlung kostenlos.

Gemeindezentrum La Santé se la Vi, PierrePayen

(Allgemeine Medizin) Die Krankenstation in den Bergen zwischen Montrois und Saint-Marc wurde 1992 von Schwester Godelieve aus Belgien gegründet und ist ein echtes Gottesgeschenk für die arme Landbevölkerung. Die Dominikanerin, die vor ihrem Engagement in Haiti in West-Afrika arbeitete, behandelt bis zu 80 Patienten am Tag. Schwerwiegende Fälle lässt sie zu Ärzten in Saint-Marc oder Port-au-Prince transportieren. Um den Patienten die bestmöglichste Hilfe anzubieten, arbeitet Schwester Godelieve eng mit uns zusammen. Der Freundeskreis Haiti in Marl finanziert Medikamente und kleine Geräte und kommt für die Kosten auf, sobald Kranke transportiert werden müssen. In Port-au-Prince werden die Kranken zusammen mit ihren Angehörigen in unseren Heimen aufgenommen.

Gemeindezentrum Sainte-Brigitte, Port-au-Prince

(Allgemeine Medizin, Kinder- und Frauenheilkunde, Dermatologie) Zielgruppe dieser Krankenstation in Port-au-Prince, die 1995 dank einer großzügigen 40.000 DM – Spende ermöglicht wurde, waren zunächst die Menschen aus den Slums. Aufgrund der lebensgefährlichen Situation in dieser Gegend sank die Patientenzahl von außen auf einige wenige, so dass wir die Station nun in erster Linie für unsere Schülerinnen und Schüler nutzen. Die Kinder werden hier und auch in den Kliniken kostenlos behandelt, Eltern über Krankheiten, Naturheilkunde und gesunde Ernährung aufgeklärt. Die monatlichen Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf ca. 3.000 Euro.

Gemeindezentrum Sainte-Elisabeth, Marouge

(Allgemeine Medizin) Sainte-Elisabeth, unser jüngstes Projekt, wurde von der Familie Heinze und ihrem Freundeskreis in Marl initiiert und finanziert. Es ist nicht nur Anlaufpunkt für die über 400 Schülerinnen und Schüler der Hellwegschule. Sie ist auch die, nach wie vor einzige Krankenstation für Marouge und die umliegenden Dörfer, für die weder medizinische noch sonst irgendeine staatliche, soziale Grundversorgung vorgesehen ist. Die Kinder der Hellwegschule werden kostenlos behandelt, zugleich besuchen pro Tag bis zu 50 externe Patienten die Station.

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